Rietburg Berglauf: TuS überzeugt mit reduziertem Aufgebot – Veranstalter zeigt sich bei Siegerehrung unprofessionell

Der Rietburg Berglauf ist zweifelsohne eine schöne Veranstaltung: Mit seiner Streckenführung durch den Ort Edenkoben, die angrenzenden Weinberge und dem knackigen Schlussstück, das ein wenig alpines Flair in der Vorderpfalz aufkommen lässt, bietet er eigentlich alles, was das Berglauf-Herz so verlangt. Deshalb entschieden sich auch einige (leider nicht so viele wie in den vergangenen Jahren) TuS-Läufer zum Start im Weinstraßen-Stadion.

Während der Lauf für mich den letzten Test vor der Berglauf-DM kommende Woche darstellte und ich mit meiner Siegerzeit von 31:23 min auch sehr zufrieden war (diese lag nur 16 sec über dem herausragenden Rekord unseres Teamkollegen Matthias Hecktor), zeigte auch Tom Heuer seine wieder aufsteigende Form. In schnellen 35:18 min sicherte er sich diesmal den 2. Platz in der so stark besetzten AK 45. Ein Jahr überschneidet er sich in dieser Klasse immer mit dem ausgewiesenen Berglauf-Spezialisten Alexander Barnsteiner von der LLG Landstuhl, der als Gesamt-2. sogar einen Vorsprung von 1:05 min auf Tom hatte. Es ist aber sicher davon auszugehen, dass Tom auch bei den kommenden Läufen der Pokalwertung am Start sein wird. Wie immer sehr stark waren Jürgen Binder und Jutta Bendel. Jürgen konnte seine AK wie so oft bei den Pfälzer Bergläufen souverän gewinnen und blieb mit 39:45 min sogar noch unter der Grenze von 40 min. Wenn man bedenkt, dass man beim Rietburg Berglauf etwa auf Kurs seiner 10 km Zeit oder ein wenig langsamer unterwegs ist, so ist das schon eine großartige Leistung. Jutta war sogar noch furioser unterwegs, sie wurde ebenfalls der AK 55 zugehörig sogar 6. im Gesamteinlauf der Frauen und ließ in 45:20 min sogar Steffen Lahm um 2 sec hinter sich. Für ihn lief es bei diesem Wettkampf leider nicht ganz wie gewünscht. Trotzdem muss man erwähnend hervorheben, dass er sein Ziel wieder in die Wertung des Berglaufpokals zu kommen sicherlich erreichen wird und bei seinen sehr guten Trainingsleistungen aus den letzten Wochen ist fest davon auszugehen, dass er bald auch die entsprechenden Wettkampfresultate abrufen kann. Als 7. der M65 erreichte unser Vorsitzender Dieter Kriegshäuser in 55:05 min das Ziel, er hatte in Corinna Tiedje schnell eine Mitläuferin gefunden und die beiden spornten sich auf der gesamten Strecke an. Sehr schade ist, dass sonst keine weiteren Heltersberger am Start waren, es wäre erfreulich wenn sich zu den weiteren Läufen in Bad Dürkheim, an Potzberg und Kalmit noch einige Teilnehmer finden würden, um auch die Anfang des Jahres herausgelaufenen guten Platzierungen in der Mannschaftswertung zu verteidigen.

Etwas ärgerlich war das Auftreten des Veranstalters bei diesem Wettkampf. Der LCO Edenkoben, allen voran der Erste Vorsitzende Heinz Vogelgesang gaben, trotz des ansonsten reibungslosen Absperrens der top präparierten Strecke mit guter Getränkeversorgung, ein sehr unglückliches Bild ab. Zu allererst ist hier zu nennen, dass sich der Start um mehrere Minuten verzögerte, weil noch Grußworte gesprochen werden mussten. Die Läufer standen hier bei Temperaturen um 25 Grad in der prallen Sonne. Völliges Unverständnis muss aber aufkommen, wenn man sich den Ablauf der Siegerehrung anschaut, hier wurden zuerst Listen ausgehangen, die in den Altersklassen 50 und 55 komplett fehlerhaft waren. Gut, das kann passieren, aber dann die Siegerehrung mehr als 3 Stunden nach dem Lauf mit 4 Reden zu beginnen, die einer Lobpreisung auf die eigenen Verdienste gleichen, aufeinander in keiner Weise abgestimmt und inhaltlich in großen Teilen redundant sind und hierfür die Läufer 20 min warten zu lassen, ist nicht sehr passend. Weiterhin wird hier anscheinend mit großer Selbstverständlichkeit davon ausgegangen, dass jährlich gute Läufer am Start stehen. Auf die lange verzögerte Siegerehrung angesprochen, erhielt ich von Herrn Vogelgesang die Antwort, ich könne sie doch nächstes Jahr selbst machen. Das ist in meinen Augen einfach unprofessionell und überheblich. Möglicherweise ist ein solches Verhalten auch nicht zielführend, wenn man sich die seit Jahren zurückgehenden Teilnehmerzahlen anschaut. Der Rietburg-Berglauf ist der am schlechtesten Besuchte aller Bergläufe. Ich jedenfalls habe jetzt nicht mehr vor in den kommenden Jahren hier teilzunehmen, obwohl ich die Strecke an sich sehr mag. Auch das Startgeld, von dem 1€ an das Hospiz gespendet wurde (das ist sehr lobend zu erwähnen), ist keinesfalls zu hoch. Der Veranstalter macht sich jedoch durch seinen Umgang mit den Läufern sehr viel kaputt.

 


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