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Oktober 2020

Staffellauf Alzey

Ein interessantes Laufformat hatte Ingo Trampusch vom TuS Framersheim in Kürze auf die Beine gestellt. Aufgrund begrenzter Starterzahlen im Rahmen strengerer Corona Richtlinien, reifte die Idee einen Staffellauf auszurichten, um 60 Läufern einen Start zu ermöglichen ohne alle auf einem Haufen stehen zu haben. Als Strecke war eine landschaftlich sehr reizvolle, dadurch aber nicht sehr leichte, Runde durch die Alzeyer Weinberge, die in bunten Farben eine herrliche Atmosphäre erzeugten, über 4×5 Km bestimmt worden. Im Voraus als „Spaßveranstaltung“ geplant, stellte sich schnell heraus, dass doch einige starke Teams an der Startlinie stehen würden. So hatten sich mit Max Rahm, Tom Holzmann und Leander Fink 3 starke Läufer aus der Langstrecken-Riege von Hans-Peter Tiedje formiert, die noch einen 4. Mitläufer suchten. Außerdem waren mit dem Team um Simon Trampusch, Marvin Zaun, Chrstoph Hörter und Nico Gust einige Läufer am Start, die in jüngerer Zukunft bei Deutschen Jugendmeisterschaften überzeugt hatten. Und eben noch mein Team, das wir mal eben schnell an meiner Geburtstagsfeier formiert hatten. In der Laufgruppe schnell als „die Etablierten“ bezeichnet, hatten wir als (zumindest 3, Jessica sei da außen vor) „alte, erfahrene“ Läufer durchaus die Ambition um den Sieg mitzumischen.

Erste Aufgabe war es, eine passende Startaufstellung zu finden, denn die Streckenabschnitte forderten durchaus unterschiedliche Qualitäten von den Läufern ab und auch mit Blick auf die anderen Teams galt es, möglich nie den Anschluss zu verlieren bzw. die anderen Mannschaften zu distanzieren. Denn wie man weiß, wird es schwierig aufzuholen, wenn man den Vordermann einmal aus den Augen verloren hat. So entschieden wir uns für eine „aggressive“ Aufstellung und Sören Rathgeber als 800m Spezialist nahm den ersten recht schnellen Abschnitt unter die Schuhe, um uns einen Startvorsprung zu erarbeiten. Dies gelang ihm auch vorbildlich, sodass wir mit einem Vorsprung von 27 sec (16:52 min) zum ersten Wechsel in Albig kamen. Die nächste Teilstrecke war dann mit einem 1,2 km langen steilen Anstieg durch die Weinberge als Schwerste eingestuft, den ich in Angriff nehmen sollte. Vor allem durch schnelle Bergabläufe konnte ich auf der 2. Hälfte der Strecke unseren Vorsprung auf 2:30 min ausbauen und übergab an Jessica, die auf dem 3. Abschnitt einen Vorsprung vor dem Ironman WM Teilnehmer Tom Holzmann halten sollte, was ihr mit ihrer Zeit von 19:24 min auch sehr gut gelang und das trotz einiger Höhenmeter innerhalb der zweiten Streckenhälfte. So war bis km 4 ein Abschnitt mit über 50 Hm zu bewältigen, was die Ausdauerfähigkeit aller Athleten auf eine große Probe stellte. Mit einem Vorsprung von 1:30 min übergaben wir auf unseren Schlussläufer Lukas Polz. Und dieser wusste, dass er auf teilweise unbefestigten Feldwegen nochmals alles geben musste, denn mit Max Rahm war nochmals ein starker Athlet auf den letzten 4,8 km in der Verfolgung. Doch Lukas gelang es, den Vorsprung souverän ins Ziel zu bringen, sodass wir in einer Gesamtzeit vom 1:08:35 min den Sieg über die 20 km herausliefen. Schon mit 1:08:56 folgte das 2. Team um Max Rahm und auch die jungen „Grindboys“ schlugen sich mit 1:11:29 achtbar.

Die siegreiche Staffel, von links: Jessica, Tim, Sören und Lukas

Fazit: In einem Team zu laufen ist für Individualsportler wie Läufer tatsächlich etwas ganz besonderes und es ist besonders erfreulich, dass wir ein solch hohes Niveau bei der ersten Auflage dieses doch etwas ungewöhnlichen Staffelformates vorfinden konnten. Mehr ähnliche Formate sind sicherlich eine Bereicherung für den Laufkalender und in der Hoffnung, dass dieser Wettkampf im nächsten Jahr wieder stattfindet, trainieren „die Etablierten“ natürlich fleißig weiter.

Ergebnisliste Interner Staffellauf

Saarlandmeisterschaft Saarbrücken Westspangenlauf

Aktuell versuchen immer mehr Veranstalter unter den gegebenen Corona-Beschränkungen Wettkämpfe im Straßenlauf durchzuführen. Diese befinden sich zwar sicherlich noch im Lernprozess, doch was einige von ihnen derzeit auf die Beine stellen ist durchaus beachtlich. So war es in Saarbrücken möglich, sogar die Saarlandmeisterschaften als offenen Lauf über 10 Km durchzuführen. Und das ohne die – wie zum Beispiel beim London-Marathon jüngst durchgeführte – Streckenänderung. So lief der Westspangenlauf in fast gewohntem Stil ab, sieht man mal vom Wellenstart ab, der wie bei einer Biathlon-Verfolgung dazu führte, dass man mit 10 sec Abstand einen Läufer nach dem anderen über die Startlinie losließ. Gesetzt wurde die Liste nach erwarteter Zielzeit und somit hatte ich die Gunst bzw. auch die Bürde, als Erster auf die Strecke zu gehen. Läuft man alleine vorne so ist es nämlich gar nicht so leicht sich zu motivieren die letzten paar Prozent rauszuholen, während einem die nach einem gestarteten Läufer genau ins Visier nehmen können. Und so staunte ich nicht schlecht, als ich nach 3 km meinen ersten Verfolger Fynn Mengele doch ziemlich dicht hinter mir sah. Mir wurde klar, dass es mit dem lockeren Tag heute nichts werden würde und weil ich in den letzten Wochen eigentlich fast nur an der Grundschnelligkeit gearbeitet hatte, war ich mir gar nicht so sicher, ob ich überhaupt das Stehvermögen für die bekanntlich schweren Km 6-8 besitzen würde. Auf der anderen Seite der Saar angekommen musste ich mich also nach 4 Km in Schwung bringen und das gelang mir ganz gut. Fortan konnte ich den Abstand zu den Verfolgern größer halten als die Startabstände, denn wer als Erster über die Ziellinie läuft ist ja in so einem Rennen nicht automatisch der Sieger. Bei km 7,5 ging es auf einer sehr matschiges Waldstück und dort konnte ich zeigen, dass Crosslauf eben doch meine Lieblingsdisziplin ist. Ich beschleunigte noch einmal und nahm nach abermaliger Brückenüberquerung die letzten flachen 1000m an der Saar entlang in Angriff. Mit einem 2:57er Schlussabschnitt erreichte ist das Ziel in 31:30 min. Immerhin die viertbeste Zeit, die ich jemals bei einem Straßenlauf bisher erzielt hatte und freute mich zudem über meinen ersten Straßenlauf-Sieg seit meiner Bestzeit in Schriesheim im März. So kann es also gerne weitergehen und für alle Volksläufer heißt es jetzt fleißig trainieren und die Augen aufhalten, um schon bald ein erfolgreiches Comeback bei den nächsten Wettkämpfen zu starten.