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Laufevent

Krönender Saisonabschluss

Zum letzten Rennen meiner verkürzten Sommersaison hatte ich das Abendsportfest in Pfungstadt auserkoren. Nach meinem doch sehr windbeeinträchtigten Rennen in Bad Kreuznach wollte ich nämlich noch einmal die 5000m Distanz in Angriff nehmen. Beim Blick in die Meldeliste war das Rennen vielversprechend besetzt mit einigen Läufern des SSC Hanau-Rodenbach, die die selbe Zielzeit im Visier hatten wie ich. Zudem hatten wir mit dem aufstrebenden Yougster Aaron Bienenfeld (5000m PB 13:42) einen optimalen Pacemaker erwischt, der die Runden zu Beginn auf 2:56 steuern sollte, dies ergäbe immerhin eine Endzeit von 14:40. Ob ich das draufhaben würde, da war ich mir nicht so sicher, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt und so starteten wir 10 min zu früh in den Wettkampf, da sich der Veranstalter kurzfristig überlegt hatte, die Rennen vorzuverlegen (ein Vorgehen, dass meiner Meinung nach überhaupt nicht geht, denn die finale Aufwärmphase war damit zerstört). Die Startpace: definitiv zu langsam, Aaron Bienenfeld lief in 71/72er Runden vor dem Feld und wir passierten Kilometer 1 bei 2:58.

So würde das nichts werden, auch Kilometer 2 verlief auf dem selben Niveau und eigentlich waren die Bestzeit-Ambitionen damit schon begraben, doch dann kam es zu einer abrupten Beschleunigung und mit einem 2:54er Kilometer waren wir wieder im Rennen. Eine kleine Lücke war mir durch eine 69er Runde gerissen, in die Dirk Busch hineingestoßen war und so hatte ich den nächsten Kilometer damit zu tun, diese wieder zu schließen und ich konnte 3 Runden vor Schluss wieder zur Spitze aufschließen. 4 km Durchgangszeit 14:45, das war dann doch wieder richtig gut und die 14:40 schienen wieder in Reichweite zu kommen, doch was folgen sollte war ein großes Finale mit einem Beschleunigungslauf, den Aaron an der Spitze initiierte. Die nächste Runde 69 und dann auf die letzten 400m, hier hieß es alles geben, ich mobilisierte die letzten Kräfte und Finishte mit einer 64er Schlussrunde noch auf 14:33,61, das ergab einen Schlusskilometer von 2:47. So schnell war ich hintenraus tatsächlich noch nie gerannt! Etwas schade: meine Bestzeit hatte ich um 11 Hundertstelsekunden verpasst und dennoch kann ich sagen, dass es mit Abstand das beste Rennen der Saison war. Nach einer kurzen Regenerationspause beginnt dann Mitte September die Vorbereitung für die Wintersaison.

Kurze Randnotiz zum Schluss: Dirk Busch aus Hanau lief als 41-jähriger nur 4 Sekunden hinter mir ins Ziel, das zeigt Alter schützt vor Klasse nicht, er peilt auf lange Sicht an, einmal 10 km unter 30 min zu laufen, zuzutrauen ist es ihm definitiv.

Abendsportfest Mainz

Unter Corona-Auflagen veranstaltete Schott Mainz ein Abendsportfest, das einem normalen Wettkampf sehr nahe kam. So durften auch endlich wieder längere Distanzen bestritten werden. Im 3000m Wettkmapf war das Feld sogar ziemlich hochkarätig besetzt und es wurden zwei 800m Spezialisten als Pacemaker eingesetzt. So wurde ein hohes, gleichmäßiges Tempo angeschlagen, das allerdings den von mir anvisierten 2:50/Km etwas hinterherhinkte. Mit mir auf Zeitjagd begab sich mit Tobias Riker, der schon mehrfach auf der Mittelstrecke auf Deutschen Meisterschaften teilgenommen hatte. Nach 1600m hatten beide Pacemaker ihren Dienst quittiert und fortan lief ich das Rennen von vorne. 700m vor Schluss erfolgte dann die Attacke von Tobias Riker, der mit einem 2:40er Kilometer noch die 8:30 min unterbot. Für mich blieb die Uhr bei 8:37,97 min stehen. Nur 3 Sekunden über meiner Bestzeit, war ich mit meiner Leistung sehr zufrieden.

Das folgende Video soll einen Eindruck von der aktuellen Wettkampfsituation geben und einige andere Läufer auch zum Start auf solch experimentellen Veranstaltungen ermutigen.

 

Back on Track – Corona Sportfest 3.3

Wie lange würde diese Wettkampfpause noch andauern? Das fragten sich wahrscheinlich einige in den letzten Wochen. Umso erstaunter war ich, als ich bei meiner Suche auf ladv.de in Karlsruhe ein Sportfest entdeckte: 1500m sollten da angeboten werden, das kann man in Bahnen nicht laufen. Aus Interesse entschied ich mich, die Strecke in Angriff zu nehmen, die ich bisher nur zweimal in meiner gesamten Laufbahn gerannt war. Viel Vorbereitung hatte ich darauf nicht ausgerichtet, aber in letzter Zeit standen sowieso aufgrund der Hitze eher kürzere Intervalle auf dem Programm und darum fiel es nicht ganz so schwer zu denken „warum nicht?!“ Am spannendsten war im Vorfeld sicher, wie die Organisation ablaufen würde. Könnten man sich ordentlich aufwärmen und wie würde die Stimmung ohne die gewohnten Zuseher auf der Bahn sein? Doch ich wurde durchaus positiv überrascht, keine überzogenen Maßnahmen und außerhalb des Rennens hielten sich alle 100 Läufer und Zuschauer brav an die Abstandsregeln. In den Rennen selbst ging das selbstverständlich nicht, aber da jeder im Voraus einen Fragebogen zum Infektionsrisiko ausfüllen musste, konnte man die Gefahr sich hier etwas einzufangen eher als gering betiteln. Womit wir dann auch schon bei der Sache wären, das Rennen. Fast ein bisschen in den Hintergrund gerückt ob der vorherigen Überlegungen, wusste man im Vorfeld nicht so richtig wo man stand. Ich machte mir vor allem Gedanken über das richtige Anfangstempo, denn ich war im schnellsten Lauf gesetzt, alle mit besseren Meldezeiten als ich. Nach dem Startschuss reihte ich mich am Ende des 10 Mann starken Feldes ein und hielt mich aus allem Gerangel heraus. 64-65er Runden waren die Vorgabe und das funktionierte auch erstaunlich gut, so konnte ich das Rennen gleichmäßig gestalten und am Ende noch 4 Läufer überholen. Bei 4:02,40 blieb die Uhr für mich stehen, das war für meinen aktuellen Trainingsstand höchst zufriedenstellend, auch wenn ich meine Bestzeit um 1,34s verfehlte. Insgesamt kann man also festhalten, dass das Wettkampfgeschehen langsam zu uns zurückkehrt und wir uns bald wieder auf ein Stück Normalität beim Laufen freuen können.

Laut meinem Co-Autor Martin, war das die Wiederauferstehung des Laufblogs und so hoffe ich, dass hier in der nächsten Zeit wieder ganz viele spannende Beiträge über und um das Laufen folgen können.

Bestzeit beim Mathaisemarktlauf

Kurzentschlossen hatte ich mich entschieden beim Mathaisemarktlauf in Schriesheim an den Start zu gehen, nachdem mich Christian Alles vom Engelhorn Sports Team dazu eingeladen hatte. Vorweg ohne große Erwartungen, ging ich in der malerischen Kulisse in der Schriesheimer Altstadt an den Start, um 10 leicht profilierte und amtlich vermessene Runden zu bewältigen. Das Feld der Eliteläufer war mit zahlreichen namhaften Athleten aus der Umgebung bestückt und die Sprintprämien, die beide Tobias Riker von Schott Mainz für sich entschied sorgten für ein ordentliches Anfangstempo.

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Der Knabe im Moor – eine Analogie zu den Rheinland-Pfalz-Crosslaufmeisterschaften

Wer Anette von Droste-Hülshoff mag, der wird sicherlich auch seine helle Freude am Kurs der diesjährigen RLP Cross in Laubach gehabt haben. Für alle, die – wie ich – der deutschen Literatur weit weniger zugetan sind als die Poeten unter uns, sei die genannte Ballade einmal zitiert:

O, schaurig ist’s, übers Moor zu gehn…

Ein Moor, genau das war es, was man an der Strecke vorfand, denn die Wiesenwege der 1,8 km langen Runde Nahe eines kleinen Bachs waren derart aufgeweicht, dass man sich wie die Ferkelchen im Schlamm fühlen musste, während man knietief im Morast herumstapfte. Durch die vielen Starter auf den Meisterschaftsstrecken war das Geläuf, anders kann man diesen Kurs nicht bezeichnen, so tief, dass man sich nur mit Mühe auf den Beinen halten konnte. Hinzu kam das noch nicht sehr leichte Profil mit stattlichen 22 Hm pro Runde und ein eisiger Nordwind, der neben Regen auch den ein oder anderen Hagelschauer brachte und so zur Gesamtatmosphäre sein Nötiges beitrug.

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