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Laufevent

Staffellauf Alzey

Ein interessantes Laufformat hatte Ingo Trampusch vom TuS Framersheim in Kürze auf die Beine gestellt. Aufgrund begrenzter Starterzahlen im Rahmen strengerer Corona Richtlinien, reifte die Idee einen Staffellauf auszurichten, um 60 Läufern einen Start zu ermöglichen ohne alle auf einem Haufen stehen zu haben. Als Strecke war eine landschaftlich sehr reizvolle, dadurch aber nicht sehr leichte, Runde durch die Alzeyer Weinberge, die in bunten Farben eine herrliche Atmosphäre erzeugten, über 4×5 Km bestimmt worden. Im Voraus als „Spaßveranstaltung“ geplant, stellte sich schnell heraus, dass doch einige starke Teams an der Startlinie stehen würden. So hatten sich mit Max Rahm, Tom Holzmann und Leander Fink 3 starke Läufer aus der Langstrecken-Riege von Hans-Peter Tiedje formiert, die noch einen 4. Mitläufer suchten. Außerdem waren mit dem Team um Simon Trampusch, Marvin Zaun, Chrstoph Hörter und Nico Gust einige Läufer am Start, die in jüngerer Zukunft bei Deutschen Jugendmeisterschaften überzeugt hatten. Und eben noch mein Team, das wir mal eben schnell an meiner Geburtstagsfeier formiert hatten. In der Laufgruppe schnell als „die Etablierten“ bezeichnet, hatten wir als (zumindest 3, Jessica sei da außen vor) „alte, erfahrene“ Läufer durchaus die Ambition um den Sieg mitzumischen.

Erste Aufgabe war es, eine passende Startaufstellung zu finden, denn die Streckenabschnitte forderten durchaus unterschiedliche Qualitäten von den Läufern ab und auch mit Blick auf die anderen Teams galt es, möglich nie den Anschluss zu verlieren bzw. die anderen Mannschaften zu distanzieren. Denn wie man weiß, wird es schwierig aufzuholen, wenn man den Vordermann einmal aus den Augen verloren hat. So entschieden wir uns für eine „aggressive“ Aufstellung und Sören Rathgeber als 800m Spezialist nahm den ersten recht schnellen Abschnitt unter die Schuhe, um uns einen Startvorsprung zu erarbeiten. Dies gelang ihm auch vorbildlich, sodass wir mit einem Vorsprung von 27 sec (16:52 min) zum ersten Wechsel in Albig kamen. Die nächste Teilstrecke war dann mit einem 1,2 km langen steilen Anstieg durch die Weinberge als Schwerste eingestuft, den ich in Angriff nehmen sollte. Vor allem durch schnelle Bergabläufe konnte ich auf der 2. Hälfte der Strecke unseren Vorsprung auf 2:30 min ausbauen und übergab an Jessica, die auf dem 3. Abschnitt einen Vorsprung vor dem Ironman WM Teilnehmer Tom Holzmann halten sollte, was ihr mit ihrer Zeit von 19:24 min auch sehr gut gelang und das trotz einiger Höhenmeter innerhalb der zweiten Streckenhälfte. So war bis km 4 ein Abschnitt mit über 50 Hm zu bewältigen, was die Ausdauerfähigkeit aller Athleten auf eine große Probe stellte. Mit einem Vorsprung von 1:30 min übergaben wir auf unseren Schlussläufer Lukas Polz. Und dieser wusste, dass er auf teilweise unbefestigten Feldwegen nochmals alles geben musste, denn mit Max Rahm war nochmals ein starker Athlet auf den letzten 4,8 km in der Verfolgung. Doch Lukas gelang es, den Vorsprung souverän ins Ziel zu bringen, sodass wir in einer Gesamtzeit vom 1:08:35 min den Sieg über die 20 km herausliefen. Schon mit 1:08:56 folgte das 2. Team um Max Rahm und auch die jungen „Grindboys“ schlugen sich mit 1:11:29 achtbar.

Die siegreiche Staffel, von links: Jessica, Tim, Sören und Lukas

Fazit: In einem Team zu laufen ist für Individualsportler wie Läufer tatsächlich etwas ganz besonderes und es ist besonders erfreulich, dass wir ein solch hohes Niveau bei der ersten Auflage dieses doch etwas ungewöhnlichen Staffelformates vorfinden konnten. Mehr ähnliche Formate sind sicherlich eine Bereicherung für den Laufkalender und in der Hoffnung, dass dieser Wettkampf im nächsten Jahr wieder stattfindet, trainieren „die Etablierten“ natürlich fleißig weiter.

Ergebnisliste Interner Staffellauf

Saarlandmeisterschaft Saarbrücken Westspangenlauf

Aktuell versuchen immer mehr Veranstalter unter den gegebenen Corona-Beschränkungen Wettkämpfe im Straßenlauf durchzuführen. Diese befinden sich zwar sicherlich noch im Lernprozess, doch was einige von ihnen derzeit auf die Beine stellen ist durchaus beachtlich. So war es in Saarbrücken möglich, sogar die Saarlandmeisterschaften als offenen Lauf über 10 Km durchzuführen. Und das ohne die – wie zum Beispiel beim London-Marathon jüngst durchgeführte – Streckenänderung. So lief der Westspangenlauf in fast gewohntem Stil ab, sieht man mal vom Wellenstart ab, der wie bei einer Biathlon-Verfolgung dazu führte, dass man mit 10 sec Abstand einen Läufer nach dem anderen über die Startlinie losließ. Gesetzt wurde die Liste nach erwarteter Zielzeit und somit hatte ich die Gunst bzw. auch die Bürde, als Erster auf die Strecke zu gehen. Läuft man alleine vorne so ist es nämlich gar nicht so leicht sich zu motivieren die letzten paar Prozent rauszuholen, während einem die nach einem gestarteten Läufer genau ins Visier nehmen können. Und so staunte ich nicht schlecht, als ich nach 3 km meinen ersten Verfolger Fynn Mengele doch ziemlich dicht hinter mir sah. Mir wurde klar, dass es mit dem lockeren Tag heute nichts werden würde und weil ich in den letzten Wochen eigentlich fast nur an der Grundschnelligkeit gearbeitet hatte, war ich mir gar nicht so sicher, ob ich überhaupt das Stehvermögen für die bekanntlich schweren Km 6-8 besitzen würde. Auf der anderen Seite der Saar angekommen musste ich mich also nach 4 Km in Schwung bringen und das gelang mir ganz gut. Fortan konnte ich den Abstand zu den Verfolgern größer halten als die Startabstände, denn wer als Erster über die Ziellinie läuft ist ja in so einem Rennen nicht automatisch der Sieger. Bei km 7,5 ging es auf einer sehr matschiges Waldstück und dort konnte ich zeigen, dass Crosslauf eben doch meine Lieblingsdisziplin ist. Ich beschleunigte noch einmal und nahm nach abermaliger Brückenüberquerung die letzten flachen 1000m an der Saar entlang in Angriff. Mit einem 2:57er Schlussabschnitt erreichte ist das Ziel in 31:30 min. Immerhin die viertbeste Zeit, die ich jemals bei einem Straßenlauf bisher erzielt hatte und freute mich zudem über meinen ersten Straßenlauf-Sieg seit meiner Bestzeit in Schriesheim im März. So kann es also gerne weitergehen und für alle Volksläufer heißt es jetzt fleißig trainieren und die Augen aufhalten, um schon bald ein erfolgreiches Comeback bei den nächsten Wettkämpfen zu starten.

Krönender Saisonabschluss

Zum letzten Rennen meiner verkürzten Sommersaison hatte ich das Abendsportfest in Pfungstadt auserkoren. Nach meinem doch sehr windbeeinträchtigten Rennen in Bad Kreuznach wollte ich nämlich noch einmal die 5000m Distanz in Angriff nehmen. Beim Blick in die Meldeliste war das Rennen vielversprechend besetzt mit einigen Läufern des SSC Hanau-Rodenbach, die die selbe Zielzeit im Visier hatten wie ich. Zudem hatten wir mit dem aufstrebenden Yougster Aaron Bienenfeld (5000m PB 13:42) einen optimalen Pacemaker erwischt, der die Runden zu Beginn auf 2:56 steuern sollte, dies ergäbe immerhin eine Endzeit von 14:40. Ob ich das draufhaben würde, da war ich mir nicht so sicher, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt und so starteten wir 10 min zu früh in den Wettkampf, da sich der Veranstalter kurzfristig überlegt hatte, die Rennen vorzuverlegen (ein Vorgehen, dass meiner Meinung nach überhaupt nicht geht, denn die finale Aufwärmphase war damit zerstört). Die Startpace: definitiv zu langsam, Aaron Bienenfeld lief in 71/72er Runden vor dem Feld und wir passierten Kilometer 1 bei 2:58.

So würde das nichts werden, auch Kilometer 2 verlief auf dem selben Niveau und eigentlich waren die Bestzeit-Ambitionen damit schon begraben, doch dann kam es zu einer abrupten Beschleunigung und mit einem 2:54er Kilometer waren wir wieder im Rennen. Eine kleine Lücke war mir durch eine 69er Runde gerissen, in die Dirk Busch hineingestoßen war und so hatte ich den nächsten Kilometer damit zu tun, diese wieder zu schließen und ich konnte 3 Runden vor Schluss wieder zur Spitze aufschließen. 4 km Durchgangszeit 14:45, das war dann doch wieder richtig gut und die 14:40 schienen wieder in Reichweite zu kommen, doch was folgen sollte war ein großes Finale mit einem Beschleunigungslauf, den Aaron an der Spitze initiierte. Die nächste Runde 69 und dann auf die letzten 400m, hier hieß es alles geben, ich mobilisierte die letzten Kräfte und Finishte mit einer 64er Schlussrunde noch auf 14:33,61, das ergab einen Schlusskilometer von 2:47. So schnell war ich hintenraus tatsächlich noch nie gerannt! Etwas schade: meine Bestzeit hatte ich um 11 Hundertstelsekunden verpasst und dennoch kann ich sagen, dass es mit Abstand das beste Rennen der Saison war. Nach einer kurzen Regenerationspause beginnt dann Mitte September die Vorbereitung für die Wintersaison.

Kurze Randnotiz zum Schluss: Dirk Busch aus Hanau lief als 41-jähriger nur 4 Sekunden hinter mir ins Ziel, das zeigt Alter schützt vor Klasse nicht, er peilt auf lange Sicht an, einmal 10 km unter 30 min zu laufen, zuzutrauen ist es ihm definitiv.

Abendsportfest Mainz

Unter Corona-Auflagen veranstaltete Schott Mainz ein Abendsportfest, das einem normalen Wettkampf sehr nahe kam. So durften auch endlich wieder längere Distanzen bestritten werden. Im 3000m Wettkmapf war das Feld sogar ziemlich hochkarätig besetzt und es wurden zwei 800m Spezialisten als Pacemaker eingesetzt. So wurde ein hohes, gleichmäßiges Tempo angeschlagen, das allerdings den von mir anvisierten 2:50/Km etwas hinterherhinkte. Mit mir auf Zeitjagd begab sich mit Tobias Riker, der schon mehrfach auf der Mittelstrecke auf Deutschen Meisterschaften teilgenommen hatte. Nach 1600m hatten beide Pacemaker ihren Dienst quittiert und fortan lief ich das Rennen von vorne. 700m vor Schluss erfolgte dann die Attacke von Tobias Riker, der mit einem 2:40er Kilometer noch die 8:30 min unterbot. Für mich blieb die Uhr bei 8:37,97 min stehen. Nur 3 Sekunden über meiner Bestzeit, war ich mit meiner Leistung sehr zufrieden.

Das folgende Video soll einen Eindruck von der aktuellen Wettkampfsituation geben und einige andere Läufer auch zum Start auf solch experimentellen Veranstaltungen ermutigen.

 

Back on Track – Corona Sportfest 3.3

Wie lange würde diese Wettkampfpause noch andauern? Das fragten sich wahrscheinlich einige in den letzten Wochen. Umso erstaunter war ich, als ich bei meiner Suche auf ladv.de in Karlsruhe ein Sportfest entdeckte: 1500m sollten da angeboten werden, das kann man in Bahnen nicht laufen. Aus Interesse entschied ich mich, die Strecke in Angriff zu nehmen, die ich bisher nur zweimal in meiner gesamten Laufbahn gerannt war. Viel Vorbereitung hatte ich darauf nicht ausgerichtet, aber in letzter Zeit standen sowieso aufgrund der Hitze eher kürzere Intervalle auf dem Programm und darum fiel es nicht ganz so schwer zu denken „warum nicht?!“ Am spannendsten war im Vorfeld sicher, wie die Organisation ablaufen würde. Könnten man sich ordentlich aufwärmen und wie würde die Stimmung ohne die gewohnten Zuseher auf der Bahn sein? Doch ich wurde durchaus positiv überrascht, keine überzogenen Maßnahmen und außerhalb des Rennens hielten sich alle 100 Läufer und Zuschauer brav an die Abstandsregeln. In den Rennen selbst ging das selbstverständlich nicht, aber da jeder im Voraus einen Fragebogen zum Infektionsrisiko ausfüllen musste, konnte man die Gefahr sich hier etwas einzufangen eher als gering betiteln. Womit wir dann auch schon bei der Sache wären, das Rennen. Fast ein bisschen in den Hintergrund gerückt ob der vorherigen Überlegungen, wusste man im Vorfeld nicht so richtig wo man stand. Ich machte mir vor allem Gedanken über das richtige Anfangstempo, denn ich war im schnellsten Lauf gesetzt, alle mit besseren Meldezeiten als ich. Nach dem Startschuss reihte ich mich am Ende des 10 Mann starken Feldes ein und hielt mich aus allem Gerangel heraus. 64-65er Runden waren die Vorgabe und das funktionierte auch erstaunlich gut, so konnte ich das Rennen gleichmäßig gestalten und am Ende noch 4 Läufer überholen. Bei 4:02,40 blieb die Uhr für mich stehen, das war für meinen aktuellen Trainingsstand höchst zufriedenstellend, auch wenn ich meine Bestzeit um 1,34s verfehlte. Insgesamt kann man also festhalten, dass das Wettkampfgeschehen langsam zu uns zurückkehrt und wir uns bald wieder auf ein Stück Normalität beim Laufen freuen können.

Laut meinem Co-Autor Martin, war das die Wiederauferstehung des Laufblogs und so hoffe ich, dass hier in der nächsten Zeit wieder ganz viele spannende Beiträge über und um das Laufen folgen können.