Autor: Tim Könnel

Krönender Saisonabschluss

Zum letzten Rennen meiner verkürzten Sommersaison hatte ich das Abendsportfest in Pfungstadt auserkoren. Nach meinem doch sehr windbeeinträchtigten Rennen in Bad Kreuznach wollte ich nämlich noch einmal die 5000m Distanz in Angriff nehmen. Beim Blick in die Meldeliste war das Rennen vielversprechend besetzt mit einigen Läufern des SSC Hanau-Rodenbach, die die selbe Zielzeit im Visier hatten wie ich. Zudem hatten wir mit dem aufstrebenden Yougster Aaron Bienenfeld (5000m PB 13:42) einen optimalen Pacemaker erwischt, der die Runden zu Beginn auf 2:56 steuern sollte, dies ergäbe immerhin eine Endzeit von 14:40. Ob ich das draufhaben würde, da war ich mir nicht so sicher, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt und so starteten wir 10 min zu früh in den Wettkampf, da sich der Veranstalter kurzfristig überlegt hatte, die Rennen vorzuverlegen (ein Vorgehen, dass meiner Meinung nach überhaupt nicht geht, denn die finale Aufwärmphase war damit zerstört). Die Startpace: definitiv zu langsam, Aaron Bienenfeld lief in 71/72er Runden vor dem Feld und wir passierten Kilometer 1 bei 2:58.

So würde das nichts werden, auch Kilometer 2 verlief auf dem selben Niveau und eigentlich waren die Bestzeit-Ambitionen damit schon begraben, doch dann kam es zu einer abrupten Beschleunigung und mit einem 2:54er Kilometer waren wir wieder im Rennen. Eine kleine Lücke war mir durch eine 69er Runde gerissen, in die Dirk Busch hineingestoßen war und so hatte ich den nächsten Kilometer damit zu tun, diese wieder zu schließen und ich konnte 3 Runden vor Schluss wieder zur Spitze aufschließen. 4 km Durchgangszeit 14:45, das war dann doch wieder richtig gut und die 14:40 schienen wieder in Reichweite zu kommen, doch was folgen sollte war ein großes Finale mit einem Beschleunigungslauf, den Aaron an der Spitze initiierte. Die nächste Runde 69 und dann auf die letzten 400m, hier hieß es alles geben, ich mobilisierte die letzten Kräfte und Finishte mit einer 64er Schlussrunde noch auf 14:33,61, das ergab einen Schlusskilometer von 2:47. So schnell war ich hintenraus tatsächlich noch nie gerannt! Etwas schade: meine Bestzeit hatte ich um 11 Hundertstelsekunden verpasst und dennoch kann ich sagen, dass es mit Abstand das beste Rennen der Saison war. Nach einer kurzen Regenerationspause beginnt dann Mitte September die Vorbereitung für die Wintersaison.

Kurze Randnotiz zum Schluss: Dirk Busch aus Hanau lief als 41-jähriger nur 4 Sekunden hinter mir ins Ziel, das zeigt Alter schützt vor Klasse nicht, er peilt auf lange Sicht an, einmal 10 km unter 30 min zu laufen, zuzutrauen ist es ihm definitiv.

Läufertag Bad Kreuznach

Weiter im Bahnwettkampf-Programm ging es für mich beim Läufertag in Bad Kreuznach, der die letzte Chance für die Qualifikation zur Junioren-DM für einige bot. Somit war es nicht verwunderlich, dass sich bei eher überschaubaren Starterzahlen letztendlich doch viele Topathleten auch aus Baden-Württemberg an der Startlinie tummelten. Für mich stand die längste Distanz dieser Sommersaison auf dem Programm, meine eigentliche Lieblingsstrecke, die 5000m.

Nach der Hitze der letzten Wochen hatte man bei 28 Grad und leichter Bewölkung doch mit eigentlich optimalen Laufbedingungen gerechnet, doch einer sehr böiger Wind machte für alle Starter die anvisierten Tempoambitionen zu Nichte. Mit mir am Start stand mit Paul Specht der mehrfache Deutsche Jugendmeister über 800m und im Crosslauf. Sein Ziel war es in den Bereich von 14:30 min zu laufen und ich wollte ihn dabei beim Tempo unterstützen. Allerdings mussten wir von Beginn an trotz guter Ablösung einsehen, dass es an diesem Tag einfach nicht möglich war Topzeiten zu erzielen. Wir liefen in Kilometerabschnitten von 3:00 unsere Runde ehe ich 1200m vor Schluss die Führung übernahm und mit einem Antritt eine Lücke reißen konnte. Bei noch 400 verbleibenden Metern betrug mein Abstand 2-3 Sekunden und ich beschleunigte nochmals bevor es in die letzte Runde ging. Doch wer Mittelstreckler kennt der weiß, dass ihnen im Schlussspurt jederzeit noch eine Überraschung zuzutrauen ist und so kam es wie es kommen musste: ab 200m vor dem Ende verringerte sich mein Vorsprung trotz einer 68er Schlussrunde immens. Auf der Zielgeraden trennten uns nur noch wenige Zentimeter und es kam zu einem echten Fotofinish, bei dem ich ich letztendlich mit 12 Hundertstel Sekunden Vorsprung durchsetzen und eine Endzeit von 14:56 min erzielen konnte. Mit der Zeit war ich angesichts der schwierigen Bedingungen tatsächlich zufrieden. Nun steht noch ein 5000m Rennen in Pfungstadt auf dem Plan ehe es auf längeren Strecken weitergeht.

Abendsportfest Mainz

Unter Corona-Auflagen veranstaltete Schott Mainz ein Abendsportfest, das einem normalen Wettkampf sehr nahe kam. So durften auch endlich wieder längere Distanzen bestritten werden. Im 3000m Wettkmapf war das Feld sogar ziemlich hochkarätig besetzt und es wurden zwei 800m Spezialisten als Pacemaker eingesetzt. So wurde ein hohes, gleichmäßiges Tempo angeschlagen, das allerdings den von mir anvisierten 2:50/Km etwas hinterherhinkte. Mit mir auf Zeitjagd begab sich mit Tobias Riker, der schon mehrfach auf der Mittelstrecke auf Deutschen Meisterschaften teilgenommen hatte. Nach 1600m hatten beide Pacemaker ihren Dienst quittiert und fortan lief ich das Rennen von vorne. 700m vor Schluss erfolgte dann die Attacke von Tobias Riker, der mit einem 2:40er Kilometer noch die 8:30 min unterbot. Für mich blieb die Uhr bei 8:37,97 min stehen. Nur 3 Sekunden über meiner Bestzeit, war ich mit meiner Leistung sehr zufrieden.

Das folgende Video soll einen Eindruck von der aktuellen Wettkampfsituation geben und einige andere Läufer auch zum Start auf solch experimentellen Veranstaltungen ermutigen.

 

Back on Track – Corona Sportfest 3.3

Wie lange würde diese Wettkampfpause noch andauern? Das fragten sich wahrscheinlich einige in den letzten Wochen. Umso erstaunter war ich, als ich bei meiner Suche auf ladv.de in Karlsruhe ein Sportfest entdeckte: 1500m sollten da angeboten werden, das kann man in Bahnen nicht laufen. Aus Interesse entschied ich mich, die Strecke in Angriff zu nehmen, die ich bisher nur zweimal in meiner gesamten Laufbahn gerannt war. Viel Vorbereitung hatte ich darauf nicht ausgerichtet, aber in letzter Zeit standen sowieso aufgrund der Hitze eher kürzere Intervalle auf dem Programm und darum fiel es nicht ganz so schwer zu denken „warum nicht?!“ Am spannendsten war im Vorfeld sicher, wie die Organisation ablaufen würde. Könnten man sich ordentlich aufwärmen und wie würde die Stimmung ohne die gewohnten Zuseher auf der Bahn sein? Doch ich wurde durchaus positiv überrascht, keine überzogenen Maßnahmen und außerhalb des Rennens hielten sich alle 100 Läufer und Zuschauer brav an die Abstandsregeln. In den Rennen selbst ging das selbstverständlich nicht, aber da jeder im Voraus einen Fragebogen zum Infektionsrisiko ausfüllen musste, konnte man die Gefahr sich hier etwas einzufangen eher als gering betiteln. Womit wir dann auch schon bei der Sache wären, das Rennen. Fast ein bisschen in den Hintergrund gerückt ob der vorherigen Überlegungen, wusste man im Vorfeld nicht so richtig wo man stand. Ich machte mir vor allem Gedanken über das richtige Anfangstempo, denn ich war im schnellsten Lauf gesetzt, alle mit besseren Meldezeiten als ich. Nach dem Startschuss reihte ich mich am Ende des 10 Mann starken Feldes ein und hielt mich aus allem Gerangel heraus. 64-65er Runden waren die Vorgabe und das funktionierte auch erstaunlich gut, so konnte ich das Rennen gleichmäßig gestalten und am Ende noch 4 Läufer überholen. Bei 4:02,40 blieb die Uhr für mich stehen, das war für meinen aktuellen Trainingsstand höchst zufriedenstellend, auch wenn ich meine Bestzeit um 1,34s verfehlte. Insgesamt kann man also festhalten, dass das Wettkampfgeschehen langsam zu uns zurückkehrt und wir uns bald wieder auf ein Stück Normalität beim Laufen freuen können.

Laut meinem Co-Autor Martin, war das die Wiederauferstehung des Laufblogs und so hoffe ich, dass hier in der nächsten Zeit wieder ganz viele spannende Beiträge über und um das Laufen folgen können.

Bestzeit beim Mathaisemarktlauf

Kurzentschlossen hatte ich mich entschieden beim Mathaisemarktlauf in Schriesheim an den Start zu gehen, nachdem mich Christian Alles vom Engelhorn Sports Team dazu eingeladen hatte. Vorweg ohne große Erwartungen, ging ich in der malerischen Kulisse in der Schriesheimer Altstadt an den Start, um 10 leicht profilierte und amtlich vermessene Runden zu bewältigen. Das Feld der Eliteläufer war mit zahlreichen namhaften Athleten aus der Umgebung bestückt und die Sprintprämien, die beide Tobias Riker von Schott Mainz für sich entschied sorgten für ein ordentliches Anfangstempo.

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